tou:xanten24:ersatzleistungg7:schiffahrt

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen Revision Vorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
tou:xanten24:ersatzleistungg7:schiffahrt [2024/05/07 12:28] kayan.vogeltou:xanten24:ersatzleistungg7:schiffahrt [2024/05/07 12:38] (aktuell) tjark.ewers
Zeile 1: Zeile 1:
 ====== Schiffbautechnik ====== ====== Schiffbautechnik ======
    
- 
 Zu der Schiffsbautechnik gibt es schriftliche-, ikonographische- und archäologische Quellen. Bei der Rekonstruktion wurden Darstellungen auf Vasen, Mosaiken, Wandmalereien und Reliefs benutzt. Außerdem wurden ein paar Wracks von Römischen Handelsschiffen im Mittelmeerraum gefunden. Bei diesen Schiffen wurde manchmal sogar intakte Ladung gefunden. Bisher wurden keine Wracks von Kriegsschiffen im Mittelmeer gefunden  Zu der Schiffsbautechnik gibt es schriftliche-, ikonographische- und archäologische Quellen. Bei der Rekonstruktion wurden Darstellungen auf Vasen, Mosaiken, Wandmalereien und Reliefs benutzt. Außerdem wurden ein paar Wracks von Römischen Handelsschiffen im Mittelmeerraum gefunden. Bei diesen Schiffen wurde manchmal sogar intakte Ladung gefunden. Bisher wurden keine Wracks von Kriegsschiffen im Mittelmeer gefunden 
  
 ====  Bauweise und Ausstattung ==== ====  Bauweise und Ausstattung ====
-  
- 
  
 Für Schiffe aus Holz gibt es Verschiedene Bauweisen. Bei der im Mittelmeerraum verbreitete Skelettbauweise werden zuerst die Spanten, also das Skelett, danach wird die Schale aus Planken drumherum gebaut. Zur Zeit der Römer und Griechen wurde aber die Schalenbauweise benutzt. Dies ist durch Schiffs Funde belegt. Bei der Schalenbauweise wurde zuerst der Kiel und das Kielschwein, eine Querstrebe zum Stabilisieren der Wände, hingelegt. Als nächstes wurden Vorder- und Achtersteven, eine Verlängerung des Kiels, angefügt. Danach wurde eine Schale aus Planken aufgebaut. Die Planken wurden bündig an Rumpf gesetzt und mit der Nut- und Feder Verbindungzusammengefügt. An die fertige Schale wurden dann die Spanten angepasst und mit Kupfer, und später auch mit Eisennägeln an der Schale befestigt. Dann gibt es noch die Mischbauweise, bei der vor dem Aufbau der Schale einige Spanten als Teilskelett aufgebaut werden, um den Aufbau der Schale zu erleichtern.  Für Schiffe aus Holz gibt es Verschiedene Bauweisen. Bei der im Mittelmeerraum verbreitete Skelettbauweise werden zuerst die Spanten, also das Skelett, danach wird die Schale aus Planken drumherum gebaut. Zur Zeit der Römer und Griechen wurde aber die Schalenbauweise benutzt. Dies ist durch Schiffs Funde belegt. Bei der Schalenbauweise wurde zuerst der Kiel und das Kielschwein, eine Querstrebe zum Stabilisieren der Wände, hingelegt. Als nächstes wurden Vorder- und Achtersteven, eine Verlängerung des Kiels, angefügt. Danach wurde eine Schale aus Planken aufgebaut. Die Planken wurden bündig an Rumpf gesetzt und mit der Nut- und Feder Verbindungzusammengefügt. An die fertige Schale wurden dann die Spanten angepasst und mit Kupfer, und später auch mit Eisennägeln an der Schale befestigt. Dann gibt es noch die Mischbauweise, bei der vor dem Aufbau der Schale einige Spanten als Teilskelett aufgebaut werden, um den Aufbau der Schale zu erleichtern. 
  
 ===  Sage des Odysseus und sein Schiff ===  ===  Sage des Odysseus und sein Schiff === 
-  
  
 Zu den schriftlichen Quellen gehört auch die Odyssee des Odysseus, in der die Schalenbauweise genau beschrieben. Als Odysseus auf der Insel der Nymphe Kalypso ist befiehlt Zeus Kalypso, dass sie Odysseus von ihrer Insel wegschicken soll. Da Odysseus aber kein Schiff mehr hatte gab sie ihm die Notwendigen Werkzeuge, um ein neues Schiff zu bauen. Die Werkzeuge waren: eine Axt, ein Beil und einen Bohrer. Danach fällte er zwanzig Bäume und zerschlug sie dann mit dem Beil zu Brettern. Als nächstes durchbohrte er alle Bretter und passte sie einander an. Er verband sie dann zum Boot mit Bolzen und Querhölzern. Dieser Teil beschreibt den Aufbau der Schale und die Verbindung mit Nut und Feder. Nut und Feder werden oft auch in heutiger Zeit verwendet. Es wird z.B. benutzt, um Schränke zusammenzubauen. In den Schrankhölzern ist dann eine Kerbe (Nut). Das Brett, dass in die Kerbe reingesteckt wird, ist dann die Feder. Die Feder wird dann gefettet und mit Holzdübeln verbunden. Das Holz für die Planken muss gut ausgewählt werden, da wenn die Verbindungen Locker oder das Holz trocken ist die Verbindungen schnell reißen.  Zu den schriftlichen Quellen gehört auch die Odyssee des Odysseus, in der die Schalenbauweise genau beschrieben. Als Odysseus auf der Insel der Nymphe Kalypso ist befiehlt Zeus Kalypso, dass sie Odysseus von ihrer Insel wegschicken soll. Da Odysseus aber kein Schiff mehr hatte gab sie ihm die Notwendigen Werkzeuge, um ein neues Schiff zu bauen. Die Werkzeuge waren: eine Axt, ein Beil und einen Bohrer. Danach fällte er zwanzig Bäume und zerschlug sie dann mit dem Beil zu Brettern. Als nächstes durchbohrte er alle Bretter und passte sie einander an. Er verband sie dann zum Boot mit Bolzen und Querhölzern. Dieser Teil beschreibt den Aufbau der Schale und die Verbindung mit Nut und Feder. Nut und Feder werden oft auch in heutiger Zeit verwendet. Es wird z.B. benutzt, um Schränke zusammenzubauen. In den Schrankhölzern ist dann eine Kerbe (Nut). Das Brett, dass in die Kerbe reingesteckt wird, ist dann die Feder. Die Feder wird dann gefettet und mit Holzdübeln verbunden. Das Holz für die Planken muss gut ausgewählt werden, da wenn die Verbindungen Locker oder das Holz trocken ist die Verbindungen schnell reißen. 
Zeile 18: Zeile 14:
  
 ===  Stoff und Stoß Verbindung === ===  Stoff und Stoß Verbindung ===
-  
  
 Die Stoff und Stoß Verbindung wurde vor allem bei Wracks im 2. Jh. v. Chr. gefunden. Bei dieser Art der Rumpfherstellung wird eine Dichtung aus Wolle, Harz und Mastix hergestellt.  ((Ab hier alles aus Stichpunkten von Chat GPT geschrieben)) Die Stoff und Stoß Verbindung wurde vor allem bei Wracks im 2. Jh. v. Chr. gefunden. Bei dieser Art der Rumpfherstellung wird eine Dichtung aus Wolle, Harz und Mastix hergestellt.  ((Ab hier alles aus Stichpunkten von Chat GPT geschrieben))
Zeile 37: Zeile 32:
  
 ==== Steuerung ==== ==== Steuerung ====
-  
- 
  
 Die Steuerung eines Schiffes basiert auf dem physikalischen Prinzip des dynamischen Auftriebs. Wenn das Steuerruder gedreht wird, fließt das Wasser auf der der Strömung abgewandten Seite schneller, was zu einem Unterdruck führt. Diese Sogwirkung zieht das Schiff in die gewünschte Richtung. Zum Beispiel, wenn man eine Wendung nach Backbord machen möchte, schwenkt man die Pinne nach rechts. Das Wasser trifft dann von links auf das Ruder und der Unterdruck auf der Leeseite des Ruders zieht das Heck des Schiffes nach rechts.  Die Steuerung eines Schiffes basiert auf dem physikalischen Prinzip des dynamischen Auftriebs. Wenn das Steuerruder gedreht wird, fließt das Wasser auf der der Strömung abgewandten Seite schneller, was zu einem Unterdruck führt. Diese Sogwirkung zieht das Schiff in die gewünschte Richtung. Zum Beispiel, wenn man eine Wendung nach Backbord machen möchte, schwenkt man die Pinne nach rechts. Das Wasser trifft dann von links auf das Ruder und der Unterdruck auf der Leeseite des Ruders zieht das Heck des Schiffes nach rechts. 
Zeile 57: Zeile 50:
  
 ====  Frachtschiffe im antiken Seeverkehr ==== ====  Frachtschiffe im antiken Seeverkehr ====
-  
-  
  
 Frachtschiffe im antiken Seeverkehr waren in der Regel Rundschiffe mit einem Längen-Breiten-Verhältnis von 4:1 und wurden mit Segeln betrieben. Sie hatten in der Regel einen mächtigen senkrechten Großmast mit einer langen Rah in der Mitte des Schiffes. Oft gab es zusätzlich einen Vormast am Bug, der schräg oder vertikal aufgestellt sein konnte, und in seltenen Fällen auch einen Besanmast am Heck. Auf dem Großmast großer Frachtschiffe befand sich oft ein Mastkorb, auch Krähennest genannt.  Frachtschiffe im antiken Seeverkehr waren in der Regel Rundschiffe mit einem Längen-Breiten-Verhältnis von 4:1 und wurden mit Segeln betrieben. Sie hatten in der Regel einen mächtigen senkrechten Großmast mit einer langen Rah in der Mitte des Schiffes. Oft gab es zusätzlich einen Vormast am Bug, der schräg oder vertikal aufgestellt sein konnte, und in seltenen Fällen auch einen Besanmast am Heck. Auf dem Großmast großer Frachtschiffe befand sich oft ein Mastkorb, auch Krähennest genannt. 
Zeile 71: Zeile 62:
  
 Frachtschiffe im antiken Seeverkehr wurden zum Transport von Handelswaren eingesetzt. Sie hatten je nach Größe einen, zwei oder drei Masten und konnten eine Ladekapazität von 70 bis 100 Tonnen bis zu mehreren tausend Tonnen haben. Frachtschiffe, die zwischen Italien und Alexandria verkehrten, konnten noch größer sein. Das größte bekannte Frachtschiff der Antike war die "Syrakusia", die um 240 v. Chr. gebaut wurde. Sie hatte eine Ladung von 60.000 Maß Getreide, 10.000 Gefäßen mit Salzfisch, 20.000 Talenten Wolle und 20.000 Talenten sonstiger Handelsgüter. Die Ladekapazität betrug 1740 Tonnen. Neben Frachtschiffen gab es auch Frachtschiffe mit einem Ruderapparat, die zusätzlich zu Mast und Segel eingesetzt wurden. Sie waren weniger von den Windverhältnissen abhängig und daher schneller. Kriegsschiffe aus der Antike sind bisher noch nicht gefunden worden, da sie nach Seeschlachten oft an Land gezogen und ausgebessert wurden.  Frachtschiffe im antiken Seeverkehr wurden zum Transport von Handelswaren eingesetzt. Sie hatten je nach Größe einen, zwei oder drei Masten und konnten eine Ladekapazität von 70 bis 100 Tonnen bis zu mehreren tausend Tonnen haben. Frachtschiffe, die zwischen Italien und Alexandria verkehrten, konnten noch größer sein. Das größte bekannte Frachtschiff der Antike war die "Syrakusia", die um 240 v. Chr. gebaut wurde. Sie hatte eine Ladung von 60.000 Maß Getreide, 10.000 Gefäßen mit Salzfisch, 20.000 Talenten Wolle und 20.000 Talenten sonstiger Handelsgüter. Die Ladekapazität betrug 1740 Tonnen. Neben Frachtschiffen gab es auch Frachtschiffe mit einem Ruderapparat, die zusätzlich zu Mast und Segel eingesetzt wurden. Sie waren weniger von den Windverhältnissen abhängig und daher schneller. Kriegsschiffe aus der Antike sind bisher noch nicht gefunden worden, da sie nach Seeschlachten oft an Land gezogen und ausgebessert wurden. 
 +
 +==== Bauweise von Kriegsschiffen der Antike ====
 +
 +Kriegsschiffe der Antike, auch bekannt als Langschiffe, hatten eine spezielle Bauweise, die durch ikonographische und schriftliche Quellen rekonstruiert werden kann. Diese Schiffe hatten ein ideales Längen-Breitenverhältnis von 10:1 und waren im Vergleich zu Frachtschiffen leichter gebaut. Sie waren schnell und manövrierfähig, unabhängig von den Windverhältnissen. 
 +
 +Die Kriegsschiffe wurden gerudert, aber wenn sie bei Überfahren wachen kreuzten, fuhren sie unter Segel. Bei Kampfhandlungen wurde der Mast umgelegt oder entfernt. Ein entscheidendes Merkmal eines Kriegsschiffs war der Rammsporn, der knapp unter der Wasseroberfläche angebracht war. Die Schiffe dienten nicht mehr nur zum Truppentransport, sondern wurden selbst zu einer Waffe, indem sie andere Schiffe rammten. Um sich vor Rammstößen zu schützen, wurde der Schiffsrumpf, insbesondere am Bug, verstärkt. 
 +
 +Die Anzahl der Ruderer wurde erhöht, um mehr Antriebskraft zu erzeugen. Unter den Ruderbänken wurde eine zweite Reihe angebracht, wobei die Bänke der beiden Reihen abwechselnd gesetzt waren. Die Ruderpforten wurden mit Lederbeuteln abgedichtet. Im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde die Triere entwickelt, ein Dreiruderer, der das klassische Kriegsschiff der Antike war. Die Triere hatte drei übereinander liegende Ruderbänke und war etwa 35-36,5 m lang und 4,87 m breit. Die Ruder waren etwa 4,18 m bzw. 4,40 m lang und wurden am Mittelschiff eingesetzt. 
 +
 +Die Anordnung der Ruderbänke ermöglichte es, dass alle Ruder gleich lang sein konnten und der Schwerpunkt des Schiffes weiter unten lag, was zu mehr Stabilität führte. Jedes Ruder wurde von einem Ruderer bedient, wobei auf der obersten Reihe 31 Ruderer pro Seite saßen und auf der mittleren und unteren Reihe 27 Ruderer pro Seite. Einer der vier zusätzlichen Ruderer auf der obersten Reihe war auch der Schlagmann. 
 +
 +Die Mannschaft einer Triere bestand aus etwa 200 Mann, einschließlich Ruderern, Rudergängern, Kapitän, Offizieren und Matrosen. Die erreichte Fahrgeschwindigkeit betrug 7,5 Knoten, während bei einem Angriff über kurze Distanz Geschwindigkeiten von 9-12 Knoten erreicht wurden. 
 +
 +=== Rammmanöver und Rammsporn ===
 +
 +Ein Rammmanöver war ein komplexes Unterfangen und erforderte eine gut ausgebildete Mannschaft, die Befehle genau befolgen musste. Der wirkungsvollste Rammstoß war ein Stoß am vorderen Teil des Schiffs mit einem steilen Winkel. Der Zeitraum, in dem ein Rammstoß wirksam war, war sehr kurz. 
 +
 +Es gibt eine Episode während der 2. Seeschlacht von Massilia, die den schlimmsten Fall eines Rammstoßes beschreibt. Während des Krieges zwischen Caesar und Pompeius im Jahr 49 v. Chr. griffen zwei Dreiruderer das Schiff von Decimus Brutus an. Sie stürmten von zwei Seiten auf das Schiff zu, aber Brutus entging ihnen dank der Schnelligkeit seines Schiffes. Die Feinde prallten in voller Fahrt zusammen und beide Schiffe wurden schwer beschädigt. Wenn einem Schiff der Sporn abriss, fiel es in sich zusammen. 
 +
 +Der Rammsporn war ein wesentliches Merkmal von Kriegsschiffen, bestand jedoch nicht vollständig aus Bronze. Die Bronze war eine Verkleidung des Bugs. Ein Beispiel ist der Rammsporn von Athlit, der 465 kg wiegt und eine Gesamtlänge von 2,26 m, eine Höhe von 41 cm und eine Breite von 44 cm hat. Die Wandstärke beträgt 6,8 cm. 
 +
 +=== Entwicklung von größeren Kriegsschiffen ===
 +
 +Ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. wurden die Kriegsschiffe immer größer. Aus der Triere entwickelten sich Vier-, Fünf-, Sechs- und sogar Sechzehnruderer. Die Zahl gibt nicht die Anzahl der Ruderbänke übereinander an, sondern die Anzahl der Ruderer pro Einheit. Die Ruderbänke lagen bis zu drei Reihen übereinander. 
 +
 +Im 4. Jahrhundert v. Chr. gab es taktische Neuerungen im Seekrieg, darunter die Entwicklung von Wurfgeschützen. Die Schiffe waren mit Kampfdecks, Gefechtstürmen und Enterbrücken ausgestattet, da sie mehr Platz für Marinesoldaten benötigten. Dadurch wurden sie zu schwimmenden Festungen. Das Rammen der Schiffe war nicht mehr die wichtigste Taktik, sondern die Wirkung der Geschosse. Wenn ein Schiff durch Geschosse manövrierunfähig gemacht wurde, konnten Enterbrücken oder Gefechtstürme eingesetzt werden. Dadurch wurde aus einer Seeschlacht eine Landschlacht. 
 +
 +Es gab zwei gigantische Schiffe in dieser Zeit. Athenaios beschreibt ein vierzig Ruderer umfassendes Schiff von Ptolemaios IV., das als Katamaran gebaut wurde. Es war etwa 30,5 m lang und 16,6 m breit, mit einer Höhe von 24,5 m von der Spitze des Achterstevens bis zur Wasserlinie. Es hatte einen doppelten Bug und ein doppeltes Heck. Die Ruder der oberen Ruderbänke waren 17,5 m lang und es hatte vier Steuerruder mit einer Länge von 13,8 m. Die benötigte Besatzung für einen Versuch bestand aus 4000 Ruderern, 400 Matrosen und 2850 Marinesoldaten. 
 +
 +Ein weiterer erwähnter Katamaran stammt von Memnon und wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. gebaut. Er hatte den Namen "l contophoros" und bestand aus zwei Rudergängern, 1600 Ruderern und 1200 Marinesoldaten. Solche großen Schiffe waren jedoch Ausnahmen. Trotzdem wurden Vielruderer bis zur Schlacht von Actium im Jahr 1 n. Chr. eingesetzt. Nach dem Sieg von Oktavian gegen Antonius und Kleopatra war Rom die einzige Seemacht im Mittelmeer. Die Hauptaufgabe der römischen Mittelmeerflotten bestand hauptsächlich darin, die Kommunikation zu gewährleisten und die Seeräuberei zu bekämpfen. Deshalb waren sie sehr schnell und manövrierfähig. Sechs-, Fünf- und Vierruderer kamen nur selten zum Einsatz. Die Mehrheit der Schiffe bestand aus Trieren und schnellen, schlanken Liburnern. 
 +
 +=== Patrouillenschiffe ===
 +
 +Schnell, wendig und effektiv waren die Lusorien, schlanke Ruderboote, die auf dem Rhein patrouillierten, um die nasse Grenze vor feindlichen Einfällen zu schützen. Als Vorbild für die Rekonstruktion dieser Boote dienten mehrere spätrömische Schiffswracks aus Mainz, die alle den gleichen Typ verkörpern. Diese Originale stammen aus dem späten 4. Jahrhundert n. Chr. und sind im Museum für Antike Schifffahrt des RGZM in Mainz ausgestellt. Der Nachbau der Lusorie ist imposant: Er ist 17,6 Meter lang, 2,7 Meter breit und 0,72 Meter hoch. Diese Maße vermitteln einen Eindruck von der Größe und den Dimensionen der antiken Ruderboote.  
 +
 +Ein Patrouillenschiff, das auf dem Rhein eingesetzt wurde, hatte keine Galionsfigur. Es hatte einen doppelten Boden und Schilder mit Schildhaltern. An Bord gab es 24 Sitzbänke und ein dickeres Brett zur Sicherung des Masts sowie zusätzlichen Sitzplatz. Das Schiff hatte 2 Steuerruder und 1 Segel mit Mast. Der Mast wurde in ein Loch gesteckt und das Segel mit Seilen befestigt. Es gab Griffe an den Bänken und die Planken waren mit Teer und Hanf verschlossen. Für jeden Sitzplatz gab es ein Ruder, insgesamt also 24 Ruder. Es gab auch 8 Befestigungsteile für die Hafenseile. Das Schiff hatte eine Rippenbauweise und die Planken waren mit Nägeln befestigt. An der Vorderseite befand sich ein Rammbock.  
 +
 +Die antike Rheinschifffahrt spielte in römischer Zeit eine wichtige Rolle als Transportmittel. Zahlreiche Schiffswracks belegen dies und zeigen die Vielfalt der eingesetzten Schiffstypen. Die meisten Wracks, die bisher entdeckt wurden, sind Lastschiffe. Allerdings geben die archäologischen Funde und Wracks nur begrenzte Einblicke in die römische Flotte. Daher müssen auch Schrift- und Bildquellen berücksichtigt werden, um ein umfassendes Bild zu erhalten. Besonders interessant für die Erforschung römischer Kriegsschiffe ist der Fundort Mainz. Hier wurden mehrere spätantike Ruderfahrzeuge entdeckt, die zur Überwachung der Rheingrenze eingesetzt wurden. Diese Funde liefern wertvolle Informationen über die maritime Verteidigung und Sicherung der römischen Grenzen. 
 +
 +==== Verwendung von Rudermannschaften ====
 +
 +Es ist wichtig zu beachten, dass Sklaven nie allein als Rudersklaven eingesetzt wurden. Die Verwendung von Galeerensklaven oder verurteilten Strafgefangenen zum Rudern begann erst im 15. Jahrhundert. Die Rudermannschaften der griechischen und römischen Kriegsschiffe bestanden aus angeheuerten Freien.  
  • tou/xanten24/ersatzleistungg7/schiffahrt.1715077695.txt.gz
  • Zuletzt geändert: 2024/05/07 12:28
  • von kayan.vogel